21. - 29. Oktober 2017

Französische Woche Heidelberg

2017

Mittwoch, 04. Oktober 2017
20:00 Uhr

Aya Cissoko: MA

Aya Cissoko: MA

Aya Cissoko, französische Schriftstellerin, Ex- Box-Weltmeisterin, Politikwissenschaftlerin, hat mit Ma die berührende Geschichte von Mutter und Tochter geschrieben, die, hin- und hergerissen zwischen Tradition und Modernität, zwischen Afrika und Europa, nach dem Eigenen suchen. Im Zentrum des Romans steht die Mutter, Massiré Dansira, die im Alter von 15 Jahren aus Mali nach Frankreich eingewandert ist und – nach dem Tod ihres Mannes – als Alleinerziehende mit den Widrigkeiten des Lebens und vor allem mit der von Männern beherrschten Welt ihrer Stammesherkunft zu kämpfen hat. 

Buchpremiere und Lesung mit Aya Cissoko. Aus dem Französischen übersetzt von Beate Thill.

Moderation: Manfred Metzner

Übersetzung: Karla Jauregui

Freitag, 06. Oktober 2017

Ausstellung: Léo Malet revient au bercail

Ausstellung: Léo Malet revient au bercail

Leo Malet,1909 in Montpellier geboren, ging nach einer Banklehre nach Paris, schlug sich als Kabarett-Sänger durch, begann zu schreiben und arbeitete als Ghostwriter, Filmstatist, Journalist u.v.m. Von 1930 an trat er als Poet in der Groupe Surréaliste in Erscheinung. In den 40er Jahren begann Malet Krimis zu schreiben und wurde mit seiner Reihe um den Pariser Privatdetektiv Nestor Burma berühmt. Im Zyklus Die neuen Geheimnisse von Paris spielt jeder Roman in einem anderen Arrondissement. Er starb 1996. In einer Ausstellung der Médiathèque de Montpellier wurde der berühmte Schriftsteller „zurück in den Schoß“ seiner Heimatstadt geholt und wandert nun weiter in die Partnerstadt Heidelberg.

Freitag, 06. Oktober 2017
19:00 Uhr

Vernissage: Léo Malet revient au bercail

Vernissage: Léo Malet revient au bercail

Léo Malet, 1909 in Montpellier geboren, ging nach einer Banklehre nach Paris, schlug sich als Kabarett-Sänger durch, begann zu schreiben und arbeitete als Ghostwriter, Filmstatist, Journalist u.v.m. Von 1930 an trat er als Poet in der Groupe Surréaliste in Erscheinung. In den 40er Jahren begann Malet Krimis zu schreiben und wurde mit seiner Reihe um den Pariser Privatdetektiv Nestor Burma berühmt. Im Zyklus Die neuen Geheimnisse von Paris spielt jeder Roman in einem anderen Arrondissement. Er starb 1996.

In einer Ausstellung der Médiathèque de Montpellier wurde der berühmte Schriftsteller „zurück in den Schoß“ seiner Heimatstadt geholt und wandert nun weiter in die Partnerstadt Heidelberg. Ausstellungseröffnung auf Französisch und Deutsch mit Gilles Gudin de Vallerin, Conservateur général et Directeur des médiathèques de l'Agglomération de Montpellier.

Mittwoch, 11. Oktober 2017
19:00 Uhr

Shumona Sinha: Apatride/Staatenlos ENTFÄLLT LEIDER!!!

Shumona Sinha: Apatride/Staatenlos ENTFÄLLT LEIDER!!!

Lesung und Gespräch mit der Autorin.

In starken Bildern schreibt die Autorin über drei Frauen, die sich einer unbarmherzigen männlichen Ordnung gegenübersehen – in Paris wie in Kalkutta.

Esha aus gebildetem Milieu in Kalkutta stammend, ist aus Liebe zur Sprache nach Paris gekommen, einem romantischen Traum folgend. Während sie auf ihre Einbürgerung wartet, häufen sich die Enttäuschungen.

Mina aus einer Bauernfamilie in Bengalen wird in einen Aufstand gegen den Bau einer Autofabrik hineingezogen. Zudem ist sie von ihrem Cousin Sam schwanger, der sie ganz sicher nicht heiraten wird.

Marie schließlich wurde als Säugling von liberalen französischen Eltern adoptiert. Sie reist regelmäßig nach Indien, auf unbestimmter Suche nach Exotik und ihrer Herkunft.

Eine einzigartige literarische Stimme in einer Gegenwart, die zunehmend von Misstrauen, Angst und sogar Hass dem Anderen gegenüber geprägt ist.

Shumona Sinha, geboren 1973 in Kalkutta, lebt seit 2001 in Paris. Ihre Romane Erschlagt die Armen! und Kalkutta wurden vielfach ausgezeichnet. Sie zählte laut RNZ zu den Höhepunkten der Heidelberger Literaturtage 2017

Editions de Olivier 2017; Nautilus September 2017, aus dem Französischen von Lena Müller

Moderation: Erika Mursa; Übersetzung und Lesung der deutschen Texte: Thomas Städtler

Donnerstag, 12. Oktober 2017
19:30 Uhr

Sophie Divry: Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Sophie Divry: Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Lesung und Gespräch in französischer und deutscher Sprache mit der Autorin. Übersetzung und Moderation: Patricia Klobusiczky.

Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ — und pleite. Die Aufträge als Journalistin bleiben aus, während sich die Rechnungen stapeln. Was tun? fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch anstatt sich hängen zu lassen, schreibt sie einen Roman, in dem ihre Phantasie die Königin ist und die Grenzen zur Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund alltäglicher Nöte im Kampf mit der Bürokratie und wachsender Vereinsamung zündet Sophie ein literarisches Feuerwerk und setzt der Misere ein Spiel der Sprache und Formen entgegen „Ein sprühendes, kompromissloses, unglaublich lustiges Buch“, urteilt Le Parisien. Sophie Divry wurde 1979 in Heidelbergs Partnerstadt Montpellier geboren und lebt heute in Lyon. 2004 bis 2010 arbeitete sie als Journalistin für die Monatszeitschrift "La Décroissance" und ist seit 2016 regelmäßiger Gast der Sendung Des Papous dans la tête auf France Culturel. Ihr Roman erregte große Aufmerksamkeit in Frankreich, wurde für zahlreiche Literaturpreise nominiert und mit dem Prix Trop Virilo ausgezeichnet.

Montag, 16. Oktober 2017
16:00 Uhr

Robin des graffs + Zwei Tage, zwei Nächte.... Preisgekrönte Jugendliteratur

Robin des graffs + Zwei Tage, zwei Nächte.... Preisgekrönte Jugendliteratur

Und der Deutsch-Französische Jugendliteraturpreis 2017 geht an... Angela Mohr aus der Metropolregion für ihren Roman Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen und an die französiche Autorin, Muriel Zürcher, für Robin des graffs. Beide Preisträgerinnen werden Sie in eine andere Welt versetzen. Die deutsch-französische Moderation übernimmt Dr. Caroline Mary-Franssen (Universität Mannheim, 2. Vorsitzende der Deutsch-Französischen Vereinigung Rhein-Neckar e.V.). In Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen erzählt Angela Mohr die spannende Roadstory von der schweigsamen Aino, die vor ihrer Schuld wegläuft, und dem schwatzenden Nik, der vor seinen Schulden wegrennt. Die Geschichte beginnt in Mannheim. Ein interessantes Detail, denn das Buch-Projekt war neben Sasa Stanisic und Corinna Waffender bereits für einen anderen Literaturpreis nominiert, den Mannheimer Feuergriffel 2013. In Robin des graffs hält auch Muriel Zürcher ihre Leser in Atem. Der Graffitikünstler Sam und die kleine Ausreißerin Bonny sind in Paris auf der Flucht. Unter der Schirmherrschaft des ehemaligen französischen Botschafters in Deutschland, S.E. Philippe Etienne, und der Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, wird der Deutsch-Französische Jugendliteraturpreis jährlich an eine/n deutsch- und eine/n französischsprachige/n Jugendbuchautor/in verliehen.

Mit freundlicher Unterstützung des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums Hockenheim und Elisabeth Walther.

Dank großzügiger Unterstützung der Fondation Entente Franco-Allemande konnte dieses Projekt stattfinden.

Dienstag, 17. Oktober 2017
19:30 Uhr

Tanguy Viel: Selbstjustiz / Article 353 du code pénal

Tanguy Viel: Selbstjustiz / Article 353 du code pénal

Article 353 du Code pénal Editions de Minuit, 2017 Selbstjustiz, Verlag Wagenbach, September 2017, Moderation und Übersetzung Hinrich Schmidt-Henkel

Ein Mann ertrinkt auf hoher See. War es Unfall oder Mord? An einem einzigen Tag, Auge in Auge mit dem Richter, erzählt Martial Kermeur die Geschichte seines Lebens in einer kleinen bretonischen Stadt am Meer. Er ist ein einfacher und bescheidener Mann, der das alte Gutshaus verwaltet, bis er einer Grossbaustelle weichen muss. Kermeur wird von dem Immobilienspekulanten Antoine Lazenec schmählich betrogen, dem es über Jahre hinweg gelungen ist, die ganze Stadt hinters Licht zu führen und so Gemeinde wie Kleinanleger finanziell zugrunde zu richten. Un grand roman politique et social, profondément humain, qui pose la question de la légitimité de la violence face à la cupidité destructrice. Pour son septième roman, Tanguy Viel (Paris-Brest, La disparition de Jim Sullivan) a remporté le Grand Prix RTL-Lire 2017

Mittwoch, 18. Oktober 2017
20:00 Uhr

Bistro Surprise: Französische Literatur frisch von der Messe

Bistro Surprise: Französische Literatur frisch von der Messe


Hatten Sie keine Zeit für die Frankfurter Buchmesse? Sind Sie noch ratlos, welche französischen Autoren spannende Entdeckungen versprechen? Keine Sorge, wir haben für Sie gelesen und eine kleine Auswahl getroffen. In Bistro-Atmosphäre präsentieren wir Ihnen neue Bücher aus dem Buchmessegastland Frankreich und erzählen, worum es geht. Die beiden Schauspieler Raphael Gehrmann und Elena Nyffeler vom Heidelberger Theater lesen daraus jeweils kurze Passagen vor, um Ihre Leselust zu wecken. Ein Büchertisch steht für Sie bereit.

Falls Sie eigene literarische Entdeckungen teilen wollen, gibt es im Anschluss an die Lesung Gelegenheit zum Austausch.

Donnerstag, 19. Oktober 2017
16:00 Uhr

Karla Jauregui: Deutsch-französische Geschichtenzeit

Karla Jauregui: Deutsch-französische Geschichtenzeit

Deutsch-Französische Geschichtenzeit für Kinder. Karla Jauregui liest in der Kinderbücherei aus dem Bilderbuch Der Dachs hat heute schlechte Laune! - Le blaireau est de bien mauvaise humeur aujourd´hui von Moritz Petz und Amélie Jackowski. Darin dreht sich alles um den Dachs, der mit seiner schlechten Laune alle Tiere des Waldes ansteckt. Wie kann man die miese Stimmung nur wieder vertreiben?

Die zweisprachige Vorlesezeit ist für alle Kinder ab vier Jahren geeignet. Anmeldung nicht erforderlich.

Freitag, 20. Oktober 2017
20:00 Uhr

Yasmina Reza: Le Dieu du carnage

Yasmina Reza: Le Dieu du carnage

Deux couples se rencontrent pour régler le litige entre leurs fils dont l’un a été blessé par l’autre. Au tout début, urbains, bienveillants, conciliants, ils tentent de tenir un discours commun de tolérance et d'excuse qui s'envenime peu à peu. Yasmina Reza évoque tous les paradoxes de la condition humaine: l'égoïsme et la générosité, la responsabilité et l'indifférence, la politesse et la brutalité.

En langue française / In französischer Sprache

Samstag, 21. Oktober 2017
14:00 Uhr

Französische Küche im Herbst

Französische Küche im Herbst

Gutes Essen gehört in Frankreich zur Lebensart. Dabei besticht die französische Küche vor allem durch ihre Vielseitigkeit und ihre hohe Qualität. Auch im Herbst, wenn die Blätter sich bunt färben und es draußen kühler wird, bietet sie kulinarische saisonale Highlights, die sich von anderen europäischen Küchen unterscheiden. In diesem Kurs bereiten Sie unter Anleitung der Kursleiterin typische französische Herbstgerichte zu, die zu einem echten Geschmackserlebnis werden. Dazu gehört eine traditionelle Zwiebelsuppe, ein Fleischgericht mit Pilzen und ein Nachtisch mit Äpfeln. Anmeldeschluss: 19.10.2017

Samstag, 21. Oktober 2017
19:30 Uhr

Trio SR9. Alors on danse?

Trio SR9. Alors on danse?

Tänzerisch leicht werden die Schlägel gehoben und geschwungen, springen die mit Wolle umgarnten Köpfe auf die hölzernen Aufschlagstäbe und zaubern einen weichen und warmen Ton.
Die drei Musiker aus Lyon können ohne zu übertreiben als Magier des Marimbaphons bezeichnet werden. Paul Changarnier, Nicolas Cousin und Alexandre Esperet sind mehrfach ausgezeichnete und preisgekrönte Percussionisten, die sich auf eine Entdeckungsreise begeben haben zu den schier unendlichen klanglichen Möglichkeiten dieses Schlaginstruments. Ihre eigenwilligen Bearbeitungen finden reichlich Nahrung bei barocker Musik, aber auch Kompositionen von Debussy, Bartok oder Zeitgenossen wie François Tashdjian bieten sich für Interpretationen an.
SR9 ist außergewöhnlich, das Klangvolumen der drei Marimbaphone beeindruckend und die Freude der drei Percussionisten an ihren Instrumenten und an Body Percussion mitreißend.

Begrüßung: Festivalleitung Dr. Erika Mursa

Grußworte: Dr. Andrea Edel, Leiterin des Kulturamts der Stadt Heidelberg und Fabrice Gabriel, Leiter des Büros für Buch- und Verlagswesen, Institut français Deutschland

Abschließender Empfang für alle Gäst mit freundlicher Unterstützung des Montpellier-Hauses

Sonntag, 22. Oktober 2017
10:00 Uhr

Sonntagsbrunch à la française

Sonntagsbrunch à la française

Diesen Sonntag wird ganz im französischen Stil gebruncht. Man kann sich zum Beispiel auf Bœuf bourguignon mit Macaire-Kartoffeln oder Quiche lorraine freuen. Oder auf die leckeren Profiteroles und Macarons. Auch die Apfelbeignets und das leckere Mousse au Chocolat sollte man sich nicht entgehen lassen. Für diejenigen, die besonders vitamin- und ballaststoffreich in den Tag starten möchten, wird es zudem Müsli, Naturjoghurt und Obstsalat geben. Für jeden Hunger ist etwas dabei.

Sonntag, 22. Oktober 2017
11:00 Uhr

Vivement Truffaut

Vivement Truffaut

François Truffaut, dem Mann, der die Frauen liebte, das Kino, die Bücher und
die Kinder, einem der ganz großen Romanciers des film d'auteur, der alle
Genres und Sparten des Kinos bedienen konnte - ihm wird im Rahmen
der Französischen Woche folgende Retrospektive mit einführenden Vorträgen und Publikumsgesprächen gewidmet.

• "La peau douce", das Antidot zu "Jules et Jim"
• " Baisers volés", den ersten Film der erfolgreichen Doinel- Serie
• "Les deux Anglaises et le continent", eine seiner wunderbaren Literaturverfilmungen
• "Une belle fille comme moi", der die klassische Dreiecksgeschichte nochmals anders erzählt
• " Vivement dimanche", sein allerletzter Film und letzte Liebeserklärung an die Série noire

Insgesamt also eine Würdigung des Schaffens dieses viel zu früh verstorbenen Regisseurs, der sowohl ein Romancier des 19. Jahrhunderts war als auch ein Wegbereiter der Nouvelle Vague, vor allem aber
ein Unsterblicher des Kinos.

Vivement dimanche - Auf Liebe und Tod (1983)
23 Jahre nach Tirez sur le pianiste dreht Truffaut seinen 5. Kriminalfilm als Hommage an
die Série- noire- Filme der 40-Jahre, die er so liebte: Eine charmante, hintergründige
Kriminalkomödie in Schwarz- Weiß, temporeich inszeniert und voller cinéastischer
Verweise und Zitate. Und natürlich ist Truffauts allerletzter Film auch eine Hommage an
Fanny Ardant, seine Filmentdeckung und allerletzte Gefährtin. Ein schöner, kleiner
Samstagabendfilm, wie Truffaut selbst sagte.


Einführung: Barbara von Machui

Sonntag, 22. Oktober 2017
14:30 Uhr

Truffaut: Baisers volés - Geraubte Küsse

Truffaut: Baisers volés - Geraubte Küsse

FR 1968, R: François Truffaut, D: Jean-Pierre Léaud, Claude Jade, Delphine Seyrig u.a., 87 min, OmU.

Eine weitere Episode aus dem Leben Antoine Doinels, Truffauts beinahe alter ego: vorzeitig quittiert er den Militärdienst und versucht zunächst als Privatdetektiv zu arbeiten, was nicht von Erfolg gekrönt ist. Seine Beziehung zu Christine wird dann auf eine harte Probe gestellt, da Antoine sich bei einer Observation in eine Geschäftsfrau verliebt. So könnte man weiter von seinen Amouren berichten, aber einen Truffaut nachzuerzählen erweist sich bald als ziemlicher Unsinn, denn es geht um das Wie des Films. Hier um die improvisierte Leichtigkeit in Zeiten des Protests, damals konkret der Kampf um die Cinématèque française. Dass der Regisseur sich bei den Dreharbeiten sehr in die Hauptdarstellerin verliebt hat, schadet auch nicht.

Einführung: Verena Madtstedt

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